1:39 Std trocken zu bleiben – mein erster Triathlon 2017

Ein paar Wochen schon hatte ich mich auf den Triathlon in Uelzen gefreut, denn endlich bekommt man wieder diese Wettkampfstimmung, das Kribbeln am ganzen Körper, wenn man kurz vor dem Start am Wasser steht. Und trotz echt beschi****** Wetter war es gut, richtig gut, denn ich hatte keine großen Erwartungen an mich gestellt durch das momentane Training und diese miserablen Wetterverhältnisse. Aber der Reihe nach:

Morgens um 4 Uhr aufstehen und nach Uelzen fahren? Ich glaube, dass machen wir doch nicht. So war ein paar Tage vor dem O-See-Triathlon in Uelzen mein Gedanke, denn für meinen Freund sollte der Start für seine erste MD schon um 8:30 Uhr sein. Kurz durchgerechnet schien es mir unmöglich, so im Wettkampf funktionieren zu können, mehr für ihn, als für mich, aber nein, da hatte ich ja mal so gar keine Lust drauf. Also wurde über Facebook via Veranstalter glücklicherweise noch eine Übernachtung organisiert und ich war wieder einmal begeistert über die Gastfreundschaft eines Triathleten, der ebenfalls in der Staffel die MD mitmachte und uns beherbergen wollte.

So klingelte also um 5:30 Uhr anstatt mitten in der Nacht (okay…irgendwie ist das auch noch Nacht gefühlt) der Wecker und zumindest meine Wenigkeit war richtig ausgeschlafen und topfit. Die Nervosität war also noch am schlafen und hatte mich somit auch nicht vom Einschlafen am Vorabend gehindert. Nach Kaffee und Brötchen ging es mit dem Auto Richtung Wettkampf-Gelände und wie sollte es anders sein: Kurz nach dem Ausladen der Räder auf dem Weg zur Wechselzone fing es an zu regnen, aber so richtig. Wir waren nass – Runde 1. Egal, in ein bzw. drei Stunden sind wir das eh, wenn wir aus dem See raus kommen, dachte ich mir. Der Rad-Check-In ging schnell und ich wollte meine Sachen aber aufgrund des Wetters nicht jetzt schon nass regnen lassen, denn von 7:30 Uhr und 10:00 Uhr konnte ja noch einiges runter kommen. Mit einer Vereinskollegin feuerten wir also meinen Freund auf seinen 1,9km Schwimmen und auf den ersten Metern der Radstrecke an, bevor Wechselzone gerichtet wurde und der Toilettenmarathon losging. Da war sie wieder, die schöne Nervosität und Vorfreude, dass es gleich losgeht und hey, zu diesem Zeitpunkt war es auch nicht mal am Regnen. Könnte ja so bleiben. Aber Pustekuchen, keine 10 Minuten später goss es aus Eimer, hörte dann aber passend zu unserem Schwimmstart wieder auf.

Das Schwimmen selber war furchtbar. Ich kam echt gut rein, war für meine Verhältnisse zügig unterwegs und dann bekam ich einen echt fiesen Tritt von rechts in die Rippen. Wasser geschluckt, angehalten, ausgespuckt, gehustet, nochmal gehustet und weiter. Prima, dachte ich mir, da war der Rhythmus weg. Das Ganze wiederholte sich noch zwei Mal und am Ende kam ich mit 11.26 Min. Schwimmzeit aus dem Wasser. Den ekeligen Hügel hoch getappst fand ich schnell den ersten Fehler an diesem Tag, einen richtigen Anfängerfehler: Ich hatte meine Schuhe in der Wechselzone nicht aufgemacht, sondern schön komplett verschlossen kopfüber unter meine Plane geparkt. Super, das kostet Zeit, also wurde direkt der nächste Fehler gemacht: Keine Zeit für Socken, beschloss ich und es ging ohne Socken in die Schuhe. Beim Startnummernband anziehen bin ich dann noch schön auf meinem Hintern gelandet und irgendwie nach knapp 2.40 Min. aus der Wechselzone geeiert.

Auf dem Rad hatte ich mir vorgenommen, alles zu geben. Da ich beim Laufen einfach nicht schnell bin momentan, wollte ich die Zeit, die ich hinterher verlieren werden würde, so rausholen. Die Strecke war allerdings ganz schön wellig und forderte ordentlich aber hat auch einfach nur Spaß gemacht, richtig viel Spaß. Denn Hügel hoch geht es ja dann auch wieder runter und so kam ich immer wieder richtig gut in Tritt. Die knapp 23km konnte ich in knapp 54 Minuten mit einem 28,7er Schnitt hinter mich bringen und war damit wirklich zufrieden.

Laufen war erst ekelig, dann auch echt schön. Denn wie immer bin ich volles Pfund losgerannt und habe gar keine Luft bekommen, aber bin einfach weiter gerannt. Hat sich natürlich gerächt. 6:20 Minuten auf dem ersten Kilometer sind für mich momentan recht zügig. Natürlich bin ich weiter gerannt, aber die Strecke wurde ganz schön wellig und so ging es nur mit knapp unter 7 Min. die nächsten zwei Kilometer weiter. Aber dann 😀 Zwei Kurven noch und knapp 1,6km laufen. Man könnte gefühlt sagen, ich habe meine Beine in die Hand genommen und hatte dann auf einmal noch etwas Luft. Unterwegs habe ich noch einen lieben Erststarter auf der Sprint mit eingesammelt, der stehend am Rand nach Luft rang. Gegenseitig haben wir uns ein Stück gezogen und dann ist er doch abgedampft und vor mir ins Ziel. Mit 6:00 min/km ging es also am Ende doch noch etwas zügiger und ich war richtig happy im Ziel.

Endzeit: 1:39 Std.

Lange Zeit zum Erholen blieb im Ziel dann nicht, denn ich konnte meinen Freund noch auf seinen letzten fünf Laufrunden anfeuern und war unglaublich glücklich, ihn am Ende nach 5:25 Std. auf der MD im Ziel zu empfangen. Das war so ein schönes Gefühl, zusammen zum Wettkampf zu fahren, wenn beide starten und sich gegenseitig anfeuern zu können und hinterher zu gratulieren und sich mit dem andere zu freuen, ist einfach super 🙂

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Autor: Lena Kuhmann

Lena, 26 aus Bremen - freiberufliche Bloggerin und Social Media-Trulla, die 2016 ihre erste Triathlon-Saison gemeistert hat. Ziele 2017: Halbmarathon, Olympische Distanz und eine Mitteldistanz!

3 Kommentare zu „1:39 Std trocken zu bleiben – mein erster Triathlon 2017“

  1. Hey, das hast du wirklich super gemacht. Triathleten sind schon eine verrückte Truppe! Stehen auf, wenn andere am Wochenende ins Bett gehen oder noch nicht einmal waren. Wahnsinn, dass du noch so einen Schlussspurt hinlegen konntest und sogar noch deinen Freund angefeuert hast. Herzlichen Glückwunsch euch beiden.

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